Kunstraub
Kunstraub oder Kunstdiebstahl, der Raub oder Diebstahl von Kunstwerken aus Museen oder Privatsammlungen, zählt nach Angaben von Interpol neben Drogen- und Menschenhandel zu den einträglichsten kriminellen Delikten. In Österreich wird beispielsweise pro Tag durchschnittlich ein Kunstwerk gestohlen, in Deutschland sind es sieben. Eine Schätzung des FBI beziffert den jährlichen Schaden auf rund 8 Mrd. Dollar (2005).
Nach Angaben des Art-Loss-Registers werden Kunstwerke von Picasso, Miró und Chagall am häufigsten entwendet. Oft werden Kunstdiebstähle von organisierten Verbrechern verübt. Die Kunstwerke werden als Geldanlage oder als Zahlungsmittel verwendet. Im Zweiten Weltkrieg war der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg mit systematischem Kunst- und Kulturraub an den Besiegten beauftragt worden. Im Zuge des Irakkrieges sind zahlreiche wertvolle Exponate aus dem archäologischen Museum in Bagdad gestohlen worden. Beutestücke der Plünderungen tauchten teilweise auf Kunstauktionen und bei privaten Kunstsammlern auf.
Der Raub von Kunstwerken zum Zwecke der Erpressung nennt man Artnapping. Von staatlichen Stellen im Zuge von Kriegen geraubte Kunstgegenstände werden als Beutekunst bezeichnet.
Hier eine Zusammenfassung des aktuell spektakulärsten Kunstdiebstahls (Stand 2010)
Kunstraub historischen Ausmaßes: (Quelle: Sueddeutsche.de)
Aus dem Pariser Museum für moderne Kunst sind Meisterwerke im Wert von einer halben Milliarde Euro verschwunden - darunter ein Picasso.
Es war eine Nacht-und-Nebel-Aktion: Aus dem städtischen Pariser Museum für moderne Kunst (Musée d'art moderne de la Ville de Paris) sind fünf Meisterwerke im geschätzten Wert von 500 Millionen Euro gestohlen worden, teilte am Donnerstag die Polizei in der französischen Hauptstadt mit. Damit handelt es sich um einen der größten Kunstdiebstähle aller Zeiten.
Unter den Bildern sei das 1911 entstandene Gemälde "Le pigeon aux petits pois" ("Taube mit Erbsen") des spanischen Malers Pablo Picasso sowie "La pastorale" ("Die Pastorale") von Henri Matisse, berichtete der Radiosender France Info.
Die anderen drei Werke stammten von dem italienischen Maler Amédéo Modigliani, dem französischen Künstler Georges Braque und seinem Landsmann Fernand Léger.